Schweißnass und jeder sieht es!

Jeder Mensch schwitzt anders. Nahezu jede Körperregion kann betroffen sein.

Besonders heikel – da für jeden sichtbar und kaum zu verbergen – ist das Schwitzen im Gesicht (faciale Hyperhidrose (med. hyperhidrosis facialis). Der Schweiß entsteht dabei vorwiegend an Stirn, Wangen, Oberlippe und auch der Nase auf und verteilt sich von dort über die Gesichtsfläche.

Personen die unter Gesichtsschwitzen leiden ziehen sich auf Grund der psychosozialen Belastungen nicht selten so weit wie möglich aus dem Alltag und sogar dem Berufsleben zurück. Dumme Kommentare und Mobbing können den "Gesichtsschwitzer" bis hin zur Aufgabe der Lebenslust treiben.

Mögliche Ursachen:


  • erblich bedingte Hyperhidrosis
  • Überreaktion des für das Schwitzen zuständige Nervensystems (Sympathikus)
  • starkes Übergewicht (Adipositas)
  • hormonelle Störungen (z.B. in den Wechseljahren, nach der Geburt, Schilddrüsenüberfunktion)
  • Stoffwechselstörungen/-umstellungen (z.B. Diabetes mellitus, Nahrungsumstellung oder -unverträglichkeiten, Aufgabe sportlicher Aktivitäten)
  • Blutdruckstörungen und Kreislaufprobleme
  • medikamentöse Nebenwirkungen sowie Alkohol-, Nikotin- oder Drogeneinfluss/-entzug
  • schlafbezogene Atemregulationsstörungen (Schlaf-Apnoe) oder Alpträume
  • chronisch erhöhte Körpertemperatur
  • Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose) oder Autoimmunerkrankungen (chronische Entzündungen, z.B. Rheumatoide Arthritis)
  • Tumorerkrankungen (Lymphom, Leukämie)
  • Angststörungen und Panikattacken
  • falsche Ernährung (z.B. scharfes Essen)
  • psychische Einflüsse (z.B. Stress, Scham, Sorgen)

Sofortmaßnahmen

Die sofortige Therapie der Symptome des Gesichtsschwitzens kann eine fundierte Ursachenforschung und die nachhaltige Therapie durch Fachärzte (z.B. Dermatologen, Internisten, Ernährungsspezialisten, Psychotherapeuten) positiv ergänzen, jedoch nicht ersetzen.

Kurzfristiges Ziel ist die Wiederherstellung der Lebensqualität des Betroffenen durch eine Reduktion des Schwitzens auf ein natürliches Mass.

Spezialisierte Antitranspirante, die auch im Gesicht angewendet werden können, gelten dabei bei vielen Fachleuten als erste Wahl. In der Regel stellt sich schon kurz nach Beginn der Behandlung eine deutliche Verbesserung ein: der Schweißfluss wird deutlich reduziert, wodurch dem Betroffenen die Scham und der akute Leidensdruck ("Angst vor sichtbarem Schwitzen" und der daraus resultierende Teufelskreis) genommen wird.

Hautschonende Antitranspirante der 3. Generation sind heute so konzipiert, dass sie über längere Zeit angewendet werden können, ohne den Organismus zu belasten. Auch die mit Antitranspiranten oft assoziierten Hautreizungen (Jucken und Brennen) konnten bei spezialisierten Antiperspirantien für das Gesicht inzwischen auf ein Minimum reduziert werden ohne deren Wirksamkeit zu schmälern.

Therapieformen

"Ein deutlich sichtbares Schwitzen im Gesicht ist für Betroffene sehr belastend. Das starke Schwitzen schränkt die sozialen Entfaltungsmöglichkeiten stark ein. Oft beginnt mit der Scham ein Teufelkreis...", erklärt Sascha Ballweg, der selbst unter einer erblich bedingten Hyperhidrose leidet.

Um anderen "Vielschwitzern" zu helfen, hat er im Internet ein Selbsthilfeforum gegründet in dem die Problematik untereinander und mit Experten diskutiert werden kann (Hyperhidrose-Hilfe.de):

"Die Teilnahme, oder auch nur die reine Informationsbeschaffung in einem solchen Forum, ist oftmals der erste Schritt zur Besserung der persönlichen Situation. Der vom Schwitzen Betroffene merkt, dass er alles andere als allein mit seinem Problem ist und das es (oft wider erwartet) doch adäquate und schnelle Therapiemöglichkeiten gibt. Die Angst ein Leben lang mit dem Schweiss-Problem allein, ohne Hoffnung da zu stehen schwindet und der Teufelskreis wird erstmalig durchbrochen!"

Anwendung im Gesicht

Antitranspirante mit bis zu 20% Aluminiumchlorid-Anteil können ohne Probleme im Gesicht angewendet werden.

Da das Mittel nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung kommen darf, ist darauf zu achten, dass sich die Flüssigkeit punktuell (d.h. gezielt) applizieren lässt! Produkte in Pump- bzw. Sprühflaschen sowie Roll-On Sticks mit Kugel sind aus diesem Grund eher ungeeignet.

Sehr praktikabel sind Tropfenflaschen, mit denen sich das Mittel auf einen kleinen Wattebausch oder auf die Fingerkuppe tropfen lässt. So kann der Wirkstoff auch auf engem Raum (z.B. zwischen Nase und Oberlippe) sicher verteilt werden.

Die Haut im Gesicht ist besonders empfindlich und neigt leicht zu pusteln oder Rötungen. Beim Kauf eines Antiperspirants sollte unbedingt auf pflegende und reizlindernde Zusatzstoffe geachtet werden, damit der Wirkstoff Aluminiumchlorid nicht zu unangenehmen Reizungen oder sichtbaren Hautreaktionen führt.

Moderne Antitranspirante enthalten natürliche Pflanzenextrakte wie z.B. Salbei, Nelkenblüte und Bartflechte und gelten somit als erste Wahl bei Gesichtsschwitzen. Diese altbewährten Hausmittel ergänzen die Wirkung des Antitranspirants und reduzieren die Reizung der Haut auf ein Minimum.

Fazit

Auch gegen Schwitzen im Gesicht gibt es in Form spezialisierter Antitranspirante mit sehr guter Hautverträglichkeit eine Lösung die schnell und unkompliziert helfen kann.

Therapieformen die an anderen Körperregionen eine Alternative darstellen, können bei starkem Gesichtsschwitzen auf Grund der empfindlichen Haut sowie der Nähe zu Augen und Schleimhäuten leider weniger gut angwendet werden. Botulinum-Toxin sowie die Gleichstrombehandlung per Iontophorese-Gerät scheiden im Bereich des Gesichts leider nahezu aus.

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